| Aktuelles · Vorbeugung und Pflege
Hier finden Sie aktuelle Informationen zur Gesunderhaltung ihres Tieres, z.B. Impfempfehlungen, Futtertip .und Pflegetips, sowie Hinweise auf Veranstaltungen für Tierfreunde und Tierbesitzer. Da wir nicht die gesamte Fülle an Informationen hier zeigen können, wird diese Seite ständig aktualisiert, so dass hoffentlich für jeden mal etwas dabei ist. Bei Fragen zu anderen Themen wenden Sie sich bitte direkt an unser geschultes Personal.
Leishmaniose
Urlaubszeit = Reisezeit.
In diesen Wochen brechen wieder viele Urlauber mit Ihren vierbeinigen Freunden Richtung Süden auf. Neben der optimalen Reiseplanung, wie geeignete Hundrastplätze und Wasserstellen, sollte sich in Ihrem Reisegepäck ein Präparat zur Leishmanioseprophylaxe befinden.
Scalibor® schützt effektiv vor durch Leishmaniose übertragende Sandmücken, ist einfach in der Anwendung und bei jedem Tierarzt zu erhalten.
Leishmaniose ist eine Erkrankung, bei der Parasiten von so genannten Sandmücken auf Hunde übertragen werden. Diese Mücken sind heimisch im südlichen Europa. Symptome nach einer Ansteckung sind Leistungsschwäche, nicht juckende Hautveränderungen (unter anderem am Nasenspiegel), Haarausfall, Gewichtsverlust, Niereninsuffizienz und multiple, entzündliche Veränderungen der inneren Organe. Leishamniose endet oft in einem durchs eigene Immunsystem verursachten Multiorganversagen.
Sollten Sie selber einem Hund aus dem Mittelmeerraum ein zu Hause gegeben haben, gibt es die Möglichkeit über einen Bluttest 6 Monate nach Einreise in Deutschland Aussage über eine mögliche Infektion zu machen. Früh erkannt lässt sich mittels adäquater Therapie zwar keine Heilung erzielen, aber Symptome mildern und die Lebensqualität Ihres Tieres verbessern.
Mikrochip-Kennzeichnung
Bei einigen Zuchtverbänden wird heute noch das Tätowieren der Welpen bevorzugt. Diese Methode ist für die Tiere schmerzhaft und besitzt die Nachteile, daß die Ziffern mit der Zeit verblassen und gefälscht werden können. Eine zeitgemäße Alternative ist die Injektion eines Transponders. Die kleine Bioglaskapsel enthält hierbei eine Antenne und einen Mikrochip auf dem eine 15-stellige Identitätsnummer gespeichert ist, die weltweit nur einmal vergeben wurde. Mittels einer sterilen Kanüle wird der Chip auf der linken Halsseite unter die Haut implantiert und kann mit Hilfe eines Lesegerätes jederzeit abgelesen werden. Bei einem entlaufenden Tier kann diese Identitätsnummer somit schnell ermittelt und an die Registrierstationen übermittelt werden, welche dann den Besitzer zeitnah ausfindig machen können. Auch Diebstähle von Tieren, z.B. zur Weitergabe an Labors, können so festgestellt und die Täter überführt werden.
Viele Länder (Großbritannien, Norwegen, Schweden) bestehen bei der Einreise eines Tieres auf eine Kennzeichnung mit Mikrochip, um sie mit den Einreisepapieren vergleichen zu können. Generell müssen alle Tiere, die aus- oder einreisen, per Tätowierung oder Mikrochip gekennzeichnet sein und einen Heimtierausweis bei sich führen.
Dabei muss der Besitzer selber kein Lesegerät mitführen, denn an allen Zollstationen, Tierheimen und Tierarztpraxen sind diese Geräte vorhanden, mit denen die Zahlenkombinationen überprüft werden können.
Ab dem 04.07.2011 ist die Tätowierung nicht mehr als Kennzeichnung für Aus- und Einreise zugelassen, d. h. es müssen alle Heimtiere, die neu zu kennzeichnen sind, mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Für alle Heimtiere, die bereits vor dem 04.07.2011 durch eine Tätowierung gekennzeichnet wurden, besteht keine Pflicht zur Chip-Implantation, sofern die Tätowierung zweifelsfrei erkennbar ist.
Eine Chip-Implantation kann jederzeit bei einem gesunden Tier, egal ob Hund oder Katze, vorgenommen werden und ist ohne Voranmeldung möglich. Ab dem 01.02.2002 besteht eine Kennzeichnungspflicht mit einem Mikrochip für alle Hunde über 20 kg oder einer Schulterhöhe über 40 cm, sowie Hunde aus der Liste 1 und 2 des Landeshundegesetztes NRW.
Zecken
Der Winter ist in den letzten Jahren häufig zu warm. Bereits im Februar sind bei milden Temperaturen Zecken aktiv und deshalb sollte die Zeckenprophylaxe für Ihr Tier hier schon beginnen. So genannte Spot-on Präparate oder auch Halsbänder haben wir das ganze Jahr über vorrätig.
In deutschen Regionen ist der Holzbock (Ixodes ricinus) der häufigste Vertreter diese Familie.
Der wichtigste Grund für eine lückenlose Zeckenprophylaxe ergibt sich aus der Bedeutung der Zecke als Vektor für Infektionskrankheiten.
Borreliose
Die Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch einen Zeckenbiss übertragen wird. Gelangen diese Bakterien beim Biss der Zecke in deren Wirt, können nach einer Latenzzeit von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen folgende Symptome beobachtet werden: Mattigkeit, Fieber, Apathie und Gelenksentzündungen mit zum Teil wechselnden Lahmheiten. (Da diese Symptome auch bei anderen Krankheiten auftreten, berichten Sie bitte dem behandelnden Arzt, ob Ihr Tier in letzter Zeit von einer Zecke gebissen wurde.)
Im Verlauf der Krankheit werden später das Nervensystem, das Herz und die Niere geschädigt. Während diese Erreger vor einigen Jahrzehnten hauptsächlich in Österreich und Bayern zu finden waren, sind inzwischen schon 12-25% aller deutschen Zecken (regional unterschiedlich) mit dem Borreliose-Bakterium infiziert.
Da es sich bei den Borrelien um Bakterien handelt, können diese mit Antibiotika bekämpft werden. Diese Methode ist jedoch sehr langwierig und nicht immer erfolgreich.
Wie schütze ich mein Tier?
Methode 1:
So genannte Spot-On Präparate appliziert man seinem Tier in der Nackengegend direkt auf die Haut. Die Wirkstoffe werden von der Haut aufgenommen und innerhalb kürzester Zeit über den gesamten Körper verteilt. Dort wirken sie zum einen abschreckend auf Zecken, zum anderen töten sie die Zecken ab, falls diese sich doch in das Tier verbeißen sollten.
Leider wirken diese Mittel nicht immer 100 %-ig, so dass Sie dennoch das Tier regelmässig auf Zecken hin untersuchen sollten. Auf Zeckenprophylaxe sollte auch auf Grund anderer durch Zecken übertragbarer Infektionskrankheiten wie FSME oder auch Babesiose im Mittelmeerraum besonderen Wert gelegt werden.
Achtung: Nicht jedes Mittel für den Hund ist auch für die Katze geeignet!!!
Methode 2:
Eine Borreliose-Impfung. Wie bei der bekannten Jahresimpfung wird der Hund geimpft, bekommt nach 4-6 Wochen eine Auffrischung und muss dann nach 2mal in halbjährlichen Abstand nur noch 1mal jährlich seinen Impfschutz erneuern lassen. Die Impfung schützt jedoch nicht davor, dass der Hund von Zecken befallen wird. Der beste Zeitpunkt einer Impfung ist im Winter, damit sich der Immunschutz zur Zeckensaison vollständig aufgebaut hat. Es kann aber das gesamte Jahr hindurch geimpft werden. Bereits ab der 12. Lebenswoche ist die Impfung möglich, sollte jedoch im Abstand von mindestens 4 Wochen zur Hauptimpfung erfolgen.
Beide Methoden gemeinsam bieten einen guten Schutz vor der Erkrankung.
Allerdings ist zu beachten, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Borrelienarten gibt und nicht alle durch eine Impfung abgedeckt werden.
Myxomatose
Myxo-waaas?? werden sich viele Kaninchenbesitzer jetzt fragen. Diese Viruskrankheit ist unter den Wildkaninchen und Hasen weit verbreitet. Die Symptome beginnen mit Apathie, vermehrtem Sekretfluß aus der Nase und Augen, sowie geschwollene Nasen und Ohren. Ein Fortschreiten der Krankheit führt zur Erblindung, und somit in der freien Wildbahn zum Tode. Diese Krankheit ist sehr ansteckend.
Wenn Ihr Kaninchen nun im Sommer im Freigehege lebt, kann es sich durch den Kontakt mit anderen Kaninchen, aber auch durch Stechmücken oder Kaninchenflöhe mit dieser Krankheit infizieren. Ein Zimmer- oder Balkonkaninchen hat somit auch die Möglichkeit sich zu infizieren. Doch Sie können Ihr Tier schützen. Eine Impfung, am besten 6 Wochen vor dem Freigang bietet Ihrem Kaninchen den vollen Schutz vor dieser schlimmen Seuche, die in Australien ganze Populationen dezimiert hat. Eine jährliche Auffrischungsimpfung gibt Ihnen die Sicherheit Ihrem Kaninchen mit dem Gehege im Garten wirklich einen Gefallen getan zu haben.
Eine andere Krankheit, die Kaninchen befallen kann ist die Chinaseuche (RHD). Auch hier kann mit einer Impfung vorgebeugt werden. Diese kann in Kombination mit der Myxomatose-Impfung erfolgen. Diese Impfung ist grundsätzlich für alle Kaninchen dringend zu empfehlen, da es keinerlei Therapiemöglichkeiten gibt und die Übertragung auf dem Luftweg erfolgen kann.
Meerschweinchen sind nur sehr entfernt Verwandte der Kaninchen und können sich nicht mit der Myxomatose oder der Chinaseuche infizieren.
Flöhe
Liebe Tierbesitzer, wer hat nicht gerne ein kuscheliges kleines Haustier zu Hause mit dem man schön schmusen kann?. Wenn das Tier jedoch selber “Hausgenossen” hat, ist neben dem Ekel noch die Gefahr der Krankheitsübertragung ein guter Grund, diese Parasiten schnell loswerden zu wollen.
Ob Ihr Liebling Flöhe hat erkennen Sie, wenn Sie mit einem speziellen Flohkamm durch das Fell kämmen und diesen dabei bis auf die Haut herunterdrücken. In den kleinen Zinken verfangen sich die Flöhe, die eine Größe von 2-7 mm besitzen und meistens schwarz-braun gefärbt sind. Sollten sich auf der Haut Ihres Tieres schwarze Partikell befinden, die sich bei Wasserkontakt rot färben, so handelt es sich um Flohkot, welcher noch rote Blutbestandteile enthält; auch ein sichtbares Zeichen für das Vorhandensein dieser ungebetenen Hausgäste. Jetzt ist es höchste Zeit für eine Flohbekämpfung.
Hierzu ist es wichtig, den Lebenszyklus eines Flohes genau zu kennen, um Ihn wirksam bekämpfen zu können, denn der Floh hält sich nur einen Bruchteil des Tages auf dem Tier auf. Dort saugt er Blut als Nahrung und legt seine Eier ab. Diese fallen vom Fell und verteilen sich in der Wohnung und am Schlafplatz, wo sich verschiedene Larvenstadien entwickeln und nach der Verpuppung ein erwachsener Floh schlüpft. Diese Stadien entwickeln sich innerhalb von 4 Wochen, wobei weibliche Flöhe bis zu 100 Eier legen können: EINE FLOHINVASION DROHT!
Die Bekämpfung:
Sie bekommen Flohpuder oder Shampoos im Zoohandel. Diese Präparate sind jedoch häufig nicht wirksam genug, da sie nur schwache Mittel enthalten. Bei geringem Flohbefall sollten Sie zunächst Ihr Tier mit Präparaten behandeln, die Sie bei Ihrem Tierarzt bekommen (Spray, Ampullen, Halsbänder). Die Behandlung sollte entsprechend des Entwicklungszyklusses alle 4 Wochen und mindestens für drei Monate erfolgen.
Häufig reicht die Behandlung des Tieres aus. Ist jedoch ein übermäßiger Befall mit Flöhen zu erkennen, müssen Sie auch die Wohnung von Floheiern und Larven säubern, die sich gerne in Bodenritzen oder Sofaecken verstecken. Dieses funktioniert am besten mit Pumpsprays und Raumverneblern. Hierbei werden sowohl adulte Flöhe getötet, als auch die Entwicklung der Eier und Larven gehemmt.
Sollte auch dieses Mittel versagen, gibt es noch die Möglichkeit die Flöhe auf hormonellem Weg unfruchtbar zu machen. Da hierfür der Hund hormonell behandelt werden muss, damit die Flöhe später mit dem Blut diese Hormone aufnehmen, ist dieses meistens die letzte Alternative bei der Flohbekämpfung.
Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten der Bekämpfung. Kommen Sie einfach in unsere Praxis vorbei und unser Team wird Sie gerne beraten, welches Produkt für Ihren Zweck am geeignetsten ist.
Wir beraten Sie auch gerne über eine Wurmkur, denn Flöhe sind auch potentielle Bandwurmüberträger
Cystitis
Eine Blasenentzündung mit blutigem Urin und schmerzhaften Urinabsatz ist eine Erfahrung, die auch vielen Tieren leider nicht erspart bleibt.
Akute Blasenentzündungen sind mittels geeigneter Präparaten in der Regel gut therapierbar. In chronischen Fällen sind weitere diagnostische Massnahmen einzuleiten. Übergewichtige Katzen und diese, die mit Trockenfutter gefüttert werden sind häufiger betroffen als andere, bedingt durch die noch geringere Wasseraufnahme.
Katzen sind ursprünglich Savannenbewohner, die daher generell mit sehr wenig Wasser auskommen. Da sie den Harn hoch konzentrieren können und verlieren sie so wenig Flüssigkeit mit dem Urin. Aus verschiedenen Gründen kann es in der Harnblase, seltener auch im Nierenbecken zu Entstehung von kristallinen Konkrementen kommen. Bedingt durch die anatomischen Besonderheiten des Katers (engere und längere Harnröhre als die weiblichen Tiere) ist ein Verschluss der Harnröhre durch ein Konkrement und den damit verbundenen Krankheitssymptomen die Folge (Urolithiasis). Die landläufige Bezeichnung dieser Erkrankung lautet “Harngries”. Viele Besitzer wissen, dass für die Entstehung der Kristalle in manchen Fällen das Futter - insbesondere das Trockenfutter verantwortlich gemacht wird.
Die vollständige Verlegung der Harnröhre ist ein akutes Krankheitsbild und für die betroffenen Katzen hoch schmerzhaft. Die Tiere suchen häufig das Katzenklo auf, pressen - häufig unter Schmerzäußerungen - auf Urin, setzen dann jedoch keinen oder nur tropfenweise zum Teil auch blutigen Urin ab. Für den Besitzer ist die Unterscheidung zwischen einer Blasenentzündung und einer akuten Harnröhrenverlegung in den meisten Fällen nicht möglich. Daher ist es in diesen Fällen wichtig, dass der Besitzer sein Tier schnellstmöglich bei einem Tierarzt vorstellt. Ein Harnstau führt zu Anreicherung harnpflichtiger Substanzen im Blut, die in hoher Konzentration verschiedene negative Auswirkungen auf den gesamten Organismus hat und bis hin zum Tode des Tieres führen kann. Ein bestehender Harnstau zurück bis ins Nierenbecken kann die Nieren dauerhaft schädigen oder zu deren Versagen führen. Der Tierarzt kann mit Hilfe eines Katheters oder einer Ultraschallharnröhrensonde den Zugang zur Blase frei spülen und so dem Tier Erleichterung verschaffen. Diese Behandlung muss in fast allen Fällen unter Narkose durchgeführt werden, zuzüglich ist evtl. ein stationärer Aufenthalt incl. einer Infusionstherapie erforderlich. In Absprache mit dem Tierarzt müssen nach Beheben des akuten Problems weitergehende Untersuchungen - wie z.B. Blutuntersuchungen hinsichtlich der Nierenfunktion und natürlich die Kristallanalyse der Harnsteine/Urin-untersuchungen folgen. Sofern die Nieren nicht geschädigt sind, wird es dem Patienten nach Beheben des Problems mit entsprechender Nachbehandlung schnell wieder gut gehen. Eine vollständige Futterumstellung kann - neben der medikamentösen Therapie - bereits bei einmaliger Harnröhrenverlegung lebenslang erforderlich sein; die mittlerweile von vielen verschiedenen Firmen angebotenen Spezialfuttermittel werden jedoch von der Mehrzahl der Katzen gut akzeptiert. Viele Kater können nach einer solchen Behandlung ggf. mit speziellem Futter ohne Probleme alt werden, ohne dass ein erneuter Verschluss stattfindet.
Setzt sich die Harnröhre jedoch wiederholt vollständig zu, ist für das Tier eine Penisamputaion oft die einzige Chance, mit der Erkrankung weiterleben zu können.. Ziel der Operation ist es, eine dauerhafte “Erweiterung” der Harnröhre zu schaffen, um auf diese Weise ein Abfließen der Kristalle ohne erneute Verstopfung der Harnröhre zu ermöglichen. Hierbei bleibt der Blasenschließmuskel vollständig erhalten, so dass das Tier die Kontrolle über seinen Urinabsatz behält. Nach einem kurzen Klinikaufenthalt kann der Kater ein ganz normales Leben führen.
Otitis
Das Ohr von Hund und Katze besteht, aus drei aufeinander folgenden Abschnitten:
1.) Das Außenohr umfasst den sichtbaren Teil des Ohres bis zum Trommelfell (=Ohrmuschel). 2.) Das Mittelohr enthält die Gehörknöchelchen und ist über die eustachische Röhre mit dem Rachenraum verbunden. 3.) Das Innenohr ist Sitz der Sinneszellen und des Gleichgewichtsorganes und ist durch das runde und ovale Fenster zum Mittelohr hin abgegrenzt.
Setzt sich im Außenohr Schmutz ab, kann er durch Schütteln des Kopfes herausgeschleudert werden. Dies gelingt jedoch nur, solange der Schmutz locker ist, und nicht durch Bakterien und deren Ausscheidungen oder Milbenexkremente verklebt ist. In einem solchen Fall ist eine Reinigung durch Ihren Tierarzt dringend zu empfehlen, da ansonsten eine Otits externa droht, eine schmerzhafte, blutige Entzündung des äußeren Ohrbereiches. Die Reinigung wird mit speziellen Präparaten vorgenommen, zu Hause kann der Patientenbesitzer mit entsprechenden Präparaten die Heilung unterstützen.
Die Otits media geht häufig von einer über den Nasen-Rachenraum aufsteigenden Infektion aus. Meistens geht sie mit starken Schmerzen und einer Kopfschiefhaltung zu betroffenen Seite einher. Mit einem Otoskop kann der Tierarzt anhand der Wölbung des Trommelfells (Eiterbildung) eine Otits media diagnostizieren. Eine gezielte Therapie mit Antibiotika und Schmerzmitteln bringt häufig eine Besserung; in schlimmeren Fällen müssen eine Öffnung des Trommelfells und Mittelohrspülungen durchgeführt werden.
Breitet sich die Otits media weiter aus, kann das Innenohr und der Gleichgewichtsapparat befallen werden. Folgen können Gleichgewichtsstörungen, unwillkürliches Augenzittern (Nystagmus), Kopfschiefhaltung und Koordinationsprobleme sein.
Nun sollte der Patientenbesitzer nicht gleich bei jedem Ohrschütteln an das Schlimmste denken und häufig kann man mit Präparaten vom Tierarzt das Ohr selbst Freispülen und mit einem Wattebausch reinigen. Doch bitte nicht mit einem Wattestäbchen in die Tiefe gehen, das sollten Sie Ihrem Tierarzt überlassen. Und auch wenn das Ohrschütteln und Kratzen nach kurzer Zeit besser wird, lieber noch einmal den Arzt aufsuchen, denn eine verschleppte Entzündung kann gefährlich werden und bringt unnötige Schmerzen und Stress für den Vierbeiner.
Benigne Prostatahyperplasie
Die benigne Prostatahyperplasie ist eine altersbedingte Veränderung, die mit einer Vergrößerung und Vermehrung der Drüsenzellen der Prostata sowie der Bildung kleiner Zysten einhergeht.
Mit zunehmendem Alter des Rüden verschiebt sich das physiologische Hormongleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogen zugunsten des Östrogens, welches Rezeptoren für Dihydrotestosteron induziert.
Dihydrotestosteron regt die Drüsenzellen der Prostata zur Vergrößerung an.
Bei unkastrierten Rüden vergrößert sich die Prostata im Laufe des Lebens und ab einem Alter von ca 10 Jahren sind zu 95 % Zysten nachweisbar.
An sich würden diese Veränderungen dem Hund keine Probleme bereiten.
Diese kommen erst durch die anatomischen Gegebenheiten zustande.
Die Prostata liegt um die Harnröhre und im knöchernden Beckenring. Über sie hinweg zieht der Enddarm.
Kommt es nun zu einer fortschreitenden Vergrößerung der Prostata wird der Enddarm eingeengt und es kann zu Kotabsatzstörungen kommen. Der Rüde presst stark auf Kot. Besteht das Problem des Pressens auf Kotabsatz über einen längeren Zeitraum, besteht die Gefahr einer Perinealhernie. Neben dem After bilden sich durch Nachgeben des Bindegewebes Ausbuchtungen des Enddarms, die den Kotabsatz zusätzlich erschweren.
Größere Zysten fallen meist auf indem ihr Sekret über die Harnröhre verloren wird oder durch blutigen Urinabsatz.
Es gibt verschiedene Therapieansätze zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie, aber die besten Erfahrungen haben wir mit einer Kastration des Rüden gemacht.
Mit dieser Massnahme verkleinert sich die Prostata innerhalb der nächsten 6 – 8 Wochen um ca 75 %.
Sollte sich bereits eine Perinealhernie gebildet haben muss diese ebenfalls operativ versorgt werden. |